Verkehrssicherheit


Ein Drittel weniger schwere Motorradunfälle innert zehn Jahren

 

Innerhalb der letzten zehn Jahre ist die Zahl der schweren Personenschäden bei Töffunfällen um ein Drittel gesunken. Die Sensibilisierungsoffensive «Stayin’ Alive» geht in die nächste Phase, um die Zahl der Schwerverletzten und Toten weiter zu reduzieren.

 

Im Jahr 2007 verloren 82 Töfffahrer ihr Leben auf Schweizer Strassen und 1599 weitere wurden damals schwer verletzt. Zehn Jahre später waren es noch 51 Tote. Dazu kamen letztes Jahr 1047 Schwerverletzte – wobei diese Zahl höher liegt als bei den Personenwagen-Insassen (781 Schwerverletzte im Jahr 2017). Trotz positiven Entwicklungen bleibt das Risiko für Töfffahrer, bei einem Unfall schwer verletzt oder getötet zu werden, fünfzigmal höher als für Autofahrer oder -beifahrer.

 

Achtung: Andere machen Fehler

Kollisionen machen durchschnittlich rund 60 Prozent der schweren Motorradunfälle aus. Zu schweren Kollisionen kommt es meist auf Kreuzungen. Die Analyse der bfu zeigt, dass in rund 65 Prozent dieser Fälle nicht der Motorradfahrer als Hauptverursacher registriert wird, sondern der «Kollisionsgegner». Bei 55 Prozent der schweren Kollisionen ist der «Kollisionsgegner» sogar alleiniger Verursacher.

 

Um die Anzahl der Motorradunfälle in der Schweiz weiter zu reduzieren, haben die bfu und die Föderation der Motorradfahrer der Schweiz (FMS) entschieden, ihre Sensibilisierungsoffensive «Stayin’ Alive» in die nächste Phase zu führen. Neu dabei sind der Schweizerische Motorrad Fahrlehrer-Verband (SMFV) und der Schweizerische Fahrlehrerverband (SFV). «Stayin’ Alive» wird vom Fonds für Verkehrssicherheit unterstützt und legt Motorradfahrern nahe, jederzeit auf Fehler von anderen Verkehrsteilnehmenden gefasst zu sein.

 

Gute Saisonvorbereitung ist wichtig

Ein defensiver Fahrstil ist entscheidend – besonders zu Beginn der neuen Töffsaison. Weil im Winter weniger Motorräder auf den Strassen zu sehen sind, können andere Verkehrsteilnehmende überrascht sein, wenn im Frühling auf einmal viele Töfffahrer unterwegs sind. Für Motorradfahrer ist es auch wichtig, sich auf die neue Saison gut vorzubereiten. Der Zustand von Motorrad und Ausrüstung muss geprüft werden, und auch der Motorradfahrer selbst muss zuerst wieder strassentüchtig werden. Nach dem Winter müssen sich Töfffahrer langsam wieder an die Strasse herantasten. Kürzere Ausfahrten zu Beginn der Saison erlauben es beispielsweise, das korrekte Kurvenfahren zu trainieren und in sicherem Rahmen das Notbremsmanöver zu üben.

 

Weitere Informationen zur Sensibilisierungsoffensive «Stayin’ Alive» finden Sie unter www.stayin-alive.ch

Einen erfreulichen Minusrekord gab es 2018 bei den Motorrad- und Rollerunfällen in der Schweiz zu verzeichnen: Noch nie gab es so wenige tote Zweiradfahrer wie im vergangenen Jahr.

 

Mit 42 Getöteten wurde 2018 bei den Motorrad- und Rollerfahrern in der Schweiz der tiefste je erfasste Wert erzielt. Im Vorjahr hatten noch 51 motorisierte Zweiradfahrer ihr Leben auf Schweizer Strassen verloren. Die 3621 Verletzten entsprechen dem zweitniedrigsten je erfassten Resultat. Diese Zahlen sind umso bemerkenswerter, als dass der Gesamtbestand an motorisierten Zweirädern in der Schweiz von 600 000 (2006) auf rund 720 000 Fahrzeuge (2018) signifikant angestiegen ist. Zudem wurden 2018 dank aussergewöhnlich schönem und trockenem Wetter sehr viele Kilometer gefahren.

 

 

 

Jeder ist einer zu viel

 

Die 42 getöteten Motorrad- und Rollerfahrer/innen 2018 sind natürlich immer noch 42 zu viel, aber sie entsprechen einem Rückgang von erfreulichen 17,6 %. Bei den Leichtverletzten sank die Zahl von 2695 (2017) auf 2553 Personen (–5,3 %). Nur bei den Schwerverletzten stieg die Zahl von 1047 auf 1068 Verunfallte leicht an (+2,0 %). Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3621 Motorrad- und Rollerfahrer verletzt, das ist das zweitniedrigste je erzielte Resultat und entspricht gegenüber dem Vorjahr (3742 Personen) einem Rückgang von 3,2 %.

 

 

Hauptverursacher

 

Mehr oder weniger konstant bleibt die Tatsache, dass bei den Unfällen mit Zweirädern nur in 42,5 % der Fälle die Motorrad- oder Rollerfahrer/innen als Hauptverursacher gelten. Ein Grund mehr, allen Zweiradbesitzern eine noch vorausschauendere und im Zweifelsfall noch defensivere Fahrweise zu empfehlen. Ebenso über die Jahre unverändert liegen bei den selbstverschuldeten Unfällen mit Personenverletzung Schleuder- und durch anderweitiges Nichtbeherrschen des Fahrzeugs verursachte Unfälle mit grossem Abstand an erster Stelle.

 

Artikel in moto.ch vom 23.04.2019

Die Kurven immer aussen anfahren, noch vor der Kurve verzögern, in der Kurve gleiten und sobald die Sicht und Sicherheit zum Kurvenausgang gewährleistet ist, wieder beschleunigen.